Hochtemperatur-Heizsysteme: Modernisierung von Bestandsgebäuden in Deutschland
Die Modernisierung von Altbauten mit effizienten Heizsystemen stellt Hausbesitzer vor besondere Herausforderungen. Hochtemperatur-Wärmepumpen bieten eine innovative Lösung für Bestandsgebäude, die bisher auf konventionelle Heizsysteme angewiesen waren. Diese Technologie ermöglicht es, auch in schlecht gedämmten Gebäuden mit bestehenden Heizkörpern eine umweltfreundliche und energieeffiziente Heizlösung zu implementieren.
Die Energiewende im Gebäudesektor erfordert innovative Lösungen für die Millionen von Bestandsgebäuden in Deutschland. Während Neubauten oft von Anfang an für niedrige Heiztemperaturen konzipiert werden, stehen Altbaubesitzer vor der Herausforderung, ihre bestehenden Heizsysteme zu modernisieren, ohne dabei umfangreiche bauliche Veränderungen vornehmen zu müssen.
Hochtemperatur-Wärmepumpen für den Altbau
Hochtemperatur-Wärmepumpen unterscheiden sich von herkömmlichen Wärmepumpen durch ihre Fähigkeit, Vorlauftemperaturen von bis zu 75°C zu erreichen. Diese Eigenschaft macht sie besonders geeignet für Altbauten mit bestehenden Heizkörpern, die höhere Temperaturen benötigen. Im Gegensatz zu Standard-Wärmepumpen, die optimal bei Vorlauftemperaturen von 35-45°C arbeiten, können Hochtemperatur-Varianten auch in weniger gut gedämmten Gebäuden effizient betrieben werden.
Die Technologie basiert auf speziellen Kältemitteln und optimierten Verdichtern, die auch bei höheren Temperaturen noch wirtschaftlich arbeiten. Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen erreichen selbst bei Außentemperaturen von -15°C noch Jahresarbeitszahlen von 3,0 bis 3,5.
Ochsner und andere Hersteller von Hochtemperatur-Wärmepumpen
Der österreichische Hersteller Ochsner gilt als Pionier im Bereich der Hochtemperatur-Wärmepumpen. Das Unternehmen bietet verschiedene Modelle an, die speziell für die Sanierung von Bestandsgebäuden entwickelt wurden. Neben Ochsner haben auch andere etablierte Hersteller wie Viessmann, Bosch, Daikin und Mitsubishi entsprechende Systeme im Programm.
Die Geräte unterscheiden sich in ihrer Leistung, den erreichbaren Temperaturen und der verwendeten Wärmequelle. Während einige Modelle ausschließlich mit Luft als Wärmequelle arbeiten, nutzen andere zusätzlich Erdwärme oder Grundwasser für eine höhere Effizienz.
Luft-Wärmepumpen für Einfamilienhäuser
Luft-Wärmepumpen stellen die am häufigsten installierte Variante dar, da sie ohne aufwendige Erdarbeiten auskommen. Für Einfamilienhäuser mit einer Wohnfläche von 120 bis 180 Quadratmetern sind typischerweise Geräte mit einer Heizleistung von 8 bis 14 kW erforderlich. Die Installation erfolgt meist als Split-System mit einer Außeneinheit und einer Inneneinheit.
Moderne Luft-Wärmepumpen arbeiten auch bei niedrigen Außentemperaturen zuverlässig. Inverter-Technologie ermöglicht eine stufenlose Leistungsanpassung, wodurch der Energieverbrauch optimiert und der Komfort erhöht wird. Viele Systeme verfügen zusätzlich über eine integrierte Warmwasserbereitung.
| Anbieter | Modellbeispiel | Leistung (kW) | Vorlauftemperatur | Kostenschätzung |
|---|---|---|---|---|
| Ochsner | Europa Mini IWP | 6-16 | bis 65°C | 15.000-25.000€ |
| Viessmann | Vitocal 250-A | 8-20 | bis 70°C | 18.000-28.000€ |
| Bosch | Compress 7000i AW | 6-17 | bis 70°C | 16.000-26.000€ |
| Daikin | Altherma 3 H HT | 8-16 | bis 70°C | 17.000-27.000€ |
| Mitsubishi | Ecodan PUHZ-SHW | 8-14 | bis 60°C | 14.000-24.000€ |
Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.
Kosten einer Luft-Wärmepumpe für Einfamilienhäuser
Die Gesamtkosten für eine Luft-Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Neben dem Gerätekauf fallen Kosten für die Installation, eventuelle Anpassungen am Heizsystem und die elektrische Anbindung an. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche liegen die Gesamtkosten typischerweise zwischen 20.000 und 35.000 Euro.
Die laufenden Betriebskosten hängen stark von der Effizienz des Systems und den örtlichen Strompreisen ab. Bei einem Jahresenergiebedarf von 15.000 kWh und einer Jahresarbeitszahl von 3,5 entstehen jährliche Stromkosten von etwa 1.500 bis 2.000 Euro. Staatliche Förderungen können die Investitionskosten erheblich reduzieren.
Voraussetzungen und Planungsaspekte
Vor der Installation einer Hochtemperatur-Wärmepumpe sollte eine detaillierte Analyse des Gebäudes erfolgen. Faktoren wie die vorhandene Dämmung, die Art der Heizkörper und die hydraulische Einbindung beeinflussen die Effizienz des Systems. Eine hydraulische Optimierung der bestehenden Heizungsanlage kann die Vorlauftemperaturen senken und damit die Effizienz steigern.
Die Aufstellung der Außeneinheit erfordert ausreichend Platz und sollte Lärmschutzbestimmungen berücksichtigen. Der Mindestabstand zur Grundstücksgrenze beträgt meist drei Meter. Bei der elektrischen Anbindung ist oft eine Verstärkung des Hausanschlusses erforderlich.
Hochtemperatur-Wärmepumpen ermöglichen es Altbaubesitzern, von fossilen Brennstoffen auf eine umweltfreundliche Heiztechnologie umzusteigen, ohne umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchführen zu müssen. Die Technologie wird kontinuierlich weiterentwickelt und bietet eine zukunftsfähige Lösung für die Energiewende im Gebäudebestand.