Tagesgeldkonten für Senioren: Lohnt sich die Anlage mit 70 Jahren?
Für Senioren kann das Tagesgeldkonto eine sichere Möglichkeit sein, Ersparnisse zu verwalten und von Zinsen zu profitieren. Doch ist es auch mit 70 Jahren noch eine lohnenswerte Option? In diesem Artikel erfahren Sie, warum Tagesgeldkonten weiterhin eine gute Wahl sein können, wie sie sich von anderen Anlagemöglichkeiten unterscheiden und welche Vorteile sie speziell im Alter bieten.
Wer im Rentenalter liquide bleiben möchte, aber Kursrisiken meiden will, schaut oft auf Konten mit täglicher Verfügbarkeit. In der Schweiz wird dies meist als Sparkonto mit freier Verfügbarkeit geführt, teils auch Tagesgeld genannt. Für Notgroschen, planbare Ausgaben in den nächsten ein bis drei Jahren oder als vorübergehender Parkplatz für Auszahlungen kann es sinnvoll sein. Ob es sich mit 70 lohnt, hängt vor allem von Sicherheit, Flexibilitätsbedarf, steuerlicher Situation und realistischen Zinsen ab.
Wie funktioniert ein Tagesgeldkonto – und ist es sicher?
Ein Tagesgeld- bzw. Sparkonto mit täglicher Verfügbarkeit hat keine feste Laufzeit; Einlagen können jederzeit bezogen werden, oft mit limitierten Gratisbezügen pro Monat. Der Zinssatz ist variabel und kann von der Bank angepasst werden. In der Schweiz sind Kundeneinlagen pro Kundin/Kunde und Bank bis 100’000 CHF über das System esisuisse privilegiert. Das reduziert das Ausfallrisiko im Extremfall einer Bankeninsolvenz, ersetzt aber keine Staatsgarantie. Wichtig sind zudem solide Bankbonität, klare Konditionen (Bezugslimiten, Gebühren) und der Schutz vor Phishing durch starke Login-Verfahren.
Vorteile von Tagesgeldkonten für Senioren
Für Seniorinnen und Senioren steht Werterhalt und Verfügbarkeit im Vordergrund. Konten mit täglicher Verfügbarkeit bieten einfache Handhabung, planbare Zinsgutschriften und keine Kursvolatilität wie bei Aktien oder Anleihenfonds. Grössere Einlagen lassen sich auf mehrere Institute verteilen, um die 100’000-CHF-Deckelung je Bank zu berücksichtigen. Für medizinische Ausgaben, Steuern oder Renovationen sind Mittel rasch abrufbar. Zudem erleichtern sie die Liquiditätsreserve, während andere Anlagen mit längerer Bindung (z. B. Festgelder) separat geplant werden können.
Zinsen 2026 auf Tagesgeldkonten: Was ist realistisch?
Zinsen in der Schweiz orientieren sich grob am SNB-Leitzins; Banken geben diesen nur teilweise an Kundinnen und Kunden weiter. Für 2026 ist der genaue Pfad unsicher. Realistisch ist, dass Tagesgeld-/Sparkonto-Zinsen in CHF unter dem Leitzins liegen und je nach Bank stark variieren, oft mit Obergrenzen für höhere Sätze bis zu bestimmten Beträgen. Als grobe Spannbreite lassen sich – je nach Marktlage – etwa 0.25–1.50 % p. a. anführen, wobei Aktionen, Treueprogramme oder Paketbeziehungen Abweichungen bewirken können. Entscheidend ist, Angebote regelmässig zu prüfen und nicht allein auf temporäre Aktionszinsen zu setzen. Zinsen sind steuerpflichtig; die individuelle Steuerbelastung mindert die Nettorendite.
Alternativen zum Tagesgeldkonto im Alter
- Festgeld/Kassenobligationen: Fixe Laufzeiten (z. B. 6–36 Monate) und Zinssätze, dafür eingeschränkte Verfügbarkeit. Eignet sich für planbare Mittel, oft in einer Staffelung (Ladder) kombiniert.
- Kurzlaufende Anleihen oder -fonds in CHF: Potenziell höhere Renditen als das Tagesgeld, aber Kursrisiken. Vor allem bei steigenden Zinsen können Fonds zwischenzeitlich schwanken.
- Eidgenössische Anleihen: Sehr hohe Bonität, aber je nach Marktniveau geringe Renditen; Kursrisiko bis zur Endfälligkeit besteht.
- Fremdwährungs-Tagesgeld (z. B. EUR): Mit Wechselkursrisiko und ausländischen Einlagensicherungssystemen verbunden; nur sinnvoll, wenn das Währungsrisiko bewusst getragen wird. Die Kombination aus Liquiditätsreserve auf Tagesgeld und gestaffelten Festgeldern ist für planbare Ausgaben oft praktikabel.
Das richtige Tagesgeldkonto auswählen
- Zinssatz und Staffelung: Achten Sie auf Basiszins, Höchstbeträge für Aktionszinsen und wie rasch Anpassungen erfolgen.
- Gebühren und Limiten: Kosten für Überweisungen, Karten, Papierauszüge oder Bezüge; allfällige Kündigungsfristen bei grösseren Abhebungen.
- Sicherheit und Stabilität: Einlagensicherung (esisuisse bis 100’000 CHF je Bank und Kundin/Kunde), Bonität des Instituts, klare Vertragsbedingungen.
- Bedienbarkeit: Online- oder Mobile-Banking, Filialzugang, Hotline-Qualität; wichtig für Menschen, die Unterstützung wünschen.
- Praxis im Alter: Vollmachten, Kontozugriffe durch Bevollmächtigte, barrierearme Prozesse und gut lesbare Kommunikation.
Reale Zinsniveaus in der Schweiz differieren spürbar zwischen Anbietern. Als grobe Orientierung: Schweizer Tagesgeld-/Sparkonten in CHF lagen in jüngerer Vergangenheit je nach Bank typischerweise im Bereich 0.25–1.50 % p. a., oft mit Betragsobergrenzen für den höheren Satz. Prüfen Sie Konditionen und Kundensegmente (Standard, Plus, Jugend/Ü60), da diese die Verzinsung beeinflussen.
| Product/Service | Provider | Cost Estimation |
|---|---|---|
| Sparkonto (täglich verfügbar) | PostFinance | typisch ca. 0.25–1.25 % p. a. (CHF), je nach Kontomodell und Betrag |
| Sparkonto (täglich verfügbar) | Zürcher Kantonalbank (ZKB) | typisch ca. 0.50–1.25 % p. a., Staffelzinsen und Betragslimiten möglich |
| Sparkonto (täglich verfügbar) | UBS | typisch ca. 0.25–1.00 % p. a., abhängig von Paket/Segment |
| Sparkonto (täglich verfügbar) | Raiffeisen | typisch ca. 0.30–1.20 % p. a., regional unterschiedliche Konditionen |
| Sparkonto (täglich verfügbar) | Migros Bank | typisch ca. 0.50–1.50 % p. a., teils mit Aktionsobergrenzen |
Preise, Zinssätze oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Eine eigenständige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.
Abschliessend gilt: Ein Tagesgeld-/Sparkonto mit täglicher Verfügbarkeit kann sich mit 70 lohnen, wenn Liquidität, Einfachheit und Kapitalschutz im Vordergrund stehen. Für darüber hinausgehende Renditeziele sind gestaffelte Festgelder oder kurzlaufende CHF-Anlagen eine Ergänzung. Entscheidend sind angemessene Reservehöhen, Streuung über Institute und ein periodischer Konditionencheck.