Wie viel kostet eine Betreuungskraft, die bei Ihnen wohnt?

Eine Betreuungskraft, die im selben Haushalt lebt, kann Angehörige entlasten und Pflegebedürftigen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Doch wie setzen sich die Kosten in Österreich zusammen, welche Modelle gibt es, und welche Faktoren beeinflussen den Preis? Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Bausteine und liefert realistische Orientierungshilfen.

Wie viel kostet eine Betreuungskraft, die bei Ihnen wohnt?

Wer eine Betreuungskraft in Österreich im eigenen Zuhause beschäftigt, steht oft vor derselben Frage: Welche Kosten entstehen tatsächlich, und woraus ergeben sie sich? In der 24-Stunden-Betreuung arbeiten viele Kräfte als selbstständige Personenbetreuer/innen im Rahmen des Gewerbes „Personenbetreuung“. Sie wohnen abwechselnd im Haushalt, unterstützen im Alltag und kooperieren bei Bedarf mit mobilen Pflegediensten. Die Gesamtkosten variieren je nach Modell (mit oder ohne Vermittlungsagentur), Qualifikation, Deutschkenntnissen, Betreuungsaufwand, Region und Reisetagen.

24 Stunden Pflege zu Hause: Was gehört dazu?

Zur 24-Stunden-Pflege zu Hause zählen vor allem unterstützende Tätigkeiten des täglichen Lebens: Hilfe beim Aufstehen, Ankleiden, Körperpflege, Kochen, Einkaufen, Haushaltsführung und Begleitung zu Terminen. Medizinische Leistungen (z. B. Wundversorgung, Injektionen) übernehmen in Österreich mobile diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegedienste. Die Betreuungskraft lebt im Haushalt, organisiert den Alltag, dokumentiert Absprachen und achtet auf Sicherheit. In der Regel wechseln sich zwei Betreuungskräfte in Intervallen von 2–4 Wochen ab, damit Betreuung und Erholung planbar bleiben.

Seniorenpflege zu Hause: Vorteile und Grenzen

Die Seniorenpflege zu Hause ermöglicht vertraute Umgebung, individuelle Tagesstruktur und kontinuierliche Bezugspersonen. Angehörige bleiben eingebunden, entlasten sich aber von Dauerpräsenz. Grenzen ergeben sich bei komplexen medizinischen Anforderungen, starker Demenz mit herausforderndem Verhalten oder wenn ein Mehrpersonenhaushalt dauerhaft über die Kapazitäten hinausgeht. In solchen Fällen wird die Betreuung meist mit mobilen Pflegediensten kombiniert oder alternative Wohnformen werden geprüft. Wichtig ist eine klare Aufgabenabgrenzung, ein schriftlicher Betreuungsvertrag und regelmäßige Qualitätskontrollen, etwa durch Agenturen oder externe Pflegefachkräfte.

24 Stunden Pflege Kosten: Wovon hängen sie ab?

Die 24-Stunden Pflege Kosten setzen sich typischerweise aus dem Honorar der Betreuer/innen, Fahrtkosten, Verpflegung und Unterkunft, allfälligen Agentur- und Administrationsgebühren sowie optionalen Zusatzleistungen (z. B. Nachtzuschläge) zusammen. Übliche Gesamtkosten bewegen sich – je nach Betreuungsumfang, Qualifikation und Region – häufig im Bereich von etwa 2.200 bis 3.800 Euro pro Monat. Bei höherem Pflegebedarf, kurzer Wechselrhythmik oder besonderen Anforderungen (z. B. Demenzbetreuung, sehr gute Deutschkenntnisse) kann der Betrag darüber liegen. Förderungen des Bundes für die 24-Stunden-Betreuung sind möglich und abhängig von Voraussetzungen und Betreuungsmodell; sie reduzieren die Eigenkosten, müssen jedoch gesondert beantragt werden.

24 Stunden Pflege ohne Agentur: Pro und Contra

Wer 24 Stunden Pflege ohne Agentur organisiert, schließt direkte Verträge mit selbstständigen Personenbetreuer/innen. Das kann Agenturgebühren einsparen und mehr Flexibilität bringen. Gleichzeitig übernehmen Familien dann die Suche, Auswahl, Verfügbarkeit, Vertretungen, Qualitätskontrolle, Vertragsgestaltung, Abrechnung, Dokumentation und rechtliche Anforderungen (z. B. Meldungen, Rahmenbedingungen laut Gewerbeordnung). Kosten entstehen weiterhin für Honorar, Fahrt und Unterkunft/Verpflegung. Ohne erfahrene Vermittlung steigt der Organisationsaufwand deutlich; deshalb lohnt sich eine nüchterne Abwägung zwischen finanziellen Einsparungen und zusätzlicher Verantwortung in der Praxis.

Was verdient eine 24-Stunden-Pflegekraft?

Selbstständige Personenbetreuer/innen vereinbaren ihre Honorare frei. In der Praxis spiegeln sie Qualifikation, Sprachkenntnisse, Aufgabenprofil, Pflegeschwere und Einsatzdauer wider. Üblich sind pauschale Entgelte pro Turnus (z. B. 14 Tage) sowie Erstattung der Fahrtkosten. Realistische Bandbreiten werden häufig mit rund 1.200 bis 1.800 Euro pro 14-Tage-Einsatz beschrieben, zuzüglich Reisekosten und gegebenenfalls Zuschläge; bei durchgehender Beschäftigung ergibt das entsprechend etwa das Doppelte pro Monat. Die tatsächlichen Nettobeträge hängen von individuellen Betriebsausgaben, Sozialversicherung, Steuern und Einsatzlage ab und können schwanken.

Im Folgenden finden Sie orientierende Kostenspannen realer Anbieter in Österreich. Es handelt sich um Näherungswerte auf Basis üblicher Marktspannen; konkrete Angebote können abweichen.


Produkt/Service Anbieter Kostenschätzung
24-Stunden-Betreuung (Vermittlung) Hilfswerk Österreich ca. 2.400–3.600 €/Monat
24-Stunden-Betreuung (Vermittlung) Volkshilfe ca. 2.300–3.500 €/Monat
24-Stunden-Betreuung (Vermittlung) Caritas (je nach Diözese) ca. 2.300–3.400 €/Monat
24-Stunden-Betreuung (Vermittlung) Diakonie ca. 2.200–3.300 €/Monat

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den aktuell verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Zeitverlauf ändern. Eigene Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Zusätzlich zu den monatlichen Beträgen sind oft einmalige oder periodische Posten zu berücksichtigen: An- und Abreise, Ersatzkräfte während Urlaubszeiten, allfällige Zuschläge bei Nachtbedarf sowie Sachkosten im Haushalt. Für viele Haushalte ist die Kombination mit mobilen Diensten sinnvoll: Medizinische Aufgaben werden fachlich korrekt abgedeckt, während die Betreuungskraft Alltagsunterstützung leistet. Transparent kalkulierte Angebote sollten Leistungen, Wechselrhythmus, Erreichbarkeit im Notfall und Qualitätsbesuche nachvollziehbar festhalten.

Abschließend gilt: Die Kosten einer Betreuungskraft, die bei Ihnen wohnt, ergeben sich aus mehreren Bausteinen. Wer sein Anforderungsprofil klar beschreibt, Angebote strukturiert vergleicht und Fördermöglichkeiten prüft, erhält eine realistischere Kalkulation und minimiert spätere Überraschungen. So lässt sich eine tragfähige Lösung finden, die Betreuung, Sicherheit und Planbarkeit in den eigenen vier Wänden vereint.